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Schlagwort: Arbeit, Innovationen für strukturschwache Regionen, Personennahe Dienstleistungen
Fördermaßnahme: REGION.innovativ: Gestaltung von Arbeitswelten der Zukunft in strukturschwachen Regionen
Forschungsziel: Ziel des interdisziplinären Verbundprojekts VAPiAR bestand darin, durch den Einsatz anwendungsspezifischer Technologien die Arbeitsprozesse für Pflegefachkräfte zu erleichtern und zugleich die Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu erhalten. Am Beispiel der ambulanten Pflege in Einrichtungen im Kreis Plön und im regionalen Umfeld konnte gezeigt werden, wie durch den Einsatz von Pflegetechnologien, Arbeitsprozesse unterstützt und verbessert werden konnten. Zu diesem Zweck wurde für die Dauer des Projektes ein sogenanntes „Living Lab“ als „Trainingscenter“ für Technikanwendungen ausgestattet. Die gewonnenen Erkenntnisse in diesem anwendungsorientierten Forschungsprojekt wurden in regionale Arbeitsnetzwerke (der Pflege) transformiert und gezielt Anregungen zur Ausgestaltung zukünftiger Formen der Zusammenarbeit mit den angrenzenden Arbeitsbereichen des Gesundheitswesens gegeben. Im Ergebnis entstanden u. a. demografiesensible Analysetools, Konzepte für eine partizipative Einführung technischer Hilfsmittel und betriebliche Qualifizierungskonzepte. Informationen zu REGION.innovativ: https://www.innovationstrukturwandel.de/strukturwandel/de/innovation-strukturwandel/region-innovativ/region-innovativ_node.html
Dr. Michael Bau +49 4522 7897710
m.bau@ilag.net
Dr. Cathrin Becker
+49 721 608-24580
cathrin.becker@kit.edu
Problemstellung
Die Stärkung der Pflege ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. So steigen etwa die Anforderungen im Pflegealltag, z. B. durch komplexere Krankheitsbilder. Auch die Corona-Pandemie verdeutlichte die Notwendigkeit, die Pflegearbeit zu unterstützen. Ein weiterer Faktor ist die demografische Entwicklung, die sich im Kreis Plön in Schleswig-Holstein besonders drastisch zeigt: Hier steigt der Altenquotient, d. h. das Verhältnis älterer, nicht mehr erwerbstätiger Menschen zu jüngeren, in den nächsten Jahren deutlich stärker als im Durchschnitt des Landes. Damit wird gleichzeitig die Pflegebedürftigkeit zunehmen und somit sind dringend Lösungen notwendig, die in der Praxis der Pflege nachhaltige Verbesserungen erbringen.
Projektziel
Ziel des Projektes VAPiAR war es, durch den Einsatz anwendungsspezifischer Technologien die Arbeitsprozesse für die Pflegenden zu erleichtern und zugleich die Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu erhalten.
Vorgehensweise
In einem ersten Schritt wurden auf Basis quantitativer und qualitativer Erhebungen konkrete Handlungsbedarfe zur Entlastung der Pflegekräfte analysiert. Die mittels arbeitswissenschaftlicher Methoden durchgeführten Belastungsanalysen schärften in allen drei beteiligten Pflegediensten den Blick für die Möglichkeiten, durch Technikeinsatz Arbeitsprozesse zu optimieren für weitere Entlastungen in der Arbeitstätigkeit zu sorgen. Neben den Pflegediensten wurden weitere relevante Akteure der Pflege, wie z. B. Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser, integriert. Im konzipierten Living Lab wurden verschiedene Smart Home-Lösungen, wie beispielsweise Sturzsensoren, getestet und deren sinnvolle Einbindung in die ambulante Pflege beleuchtet. Basierend auf den Ergebnissen der Belastungsanalysen wurden gemeinsam mit den Praxispartnern neue Arbeitsprozesse gestaltet und prototypisch bei den beteiligten Pflegediensten eingeführt. Parallel zum Projektverlauf erfolgte eine kritische Auseinandersetzung mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen, die für die Integration von Pflegetechnologien in den Berufsalltag der ambulanten Pflege notwendig sind.
Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Damit leistete VAPiAR einen Beitrag zur Steigerung der Arbeits- und Lebensqualität der Pflegenden sowie der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen in der Region. Das Projekt förderte darüber hinaus die digitale Vernetzung von lokalen bzw. regionalen Einrichtungen und Diensten und legte damit den Grundstein für eine nachhaltige Zusammenarbeit. Das Living Lab wird auch nach Projektende als Lernzentrum dienen und Plattform für die Qualifizierung der Pflegenden sein.
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